28 Aug. Beratung zur Digitalisierung eines Produktvertriebs
Ziel der Beratung
Die Digitalisierungsberatung knüpft an eine im Jahr 2025 durchgeführte Designberatung an. Während die damalige Beratung die gestalterische und strukturelle Weiterentwicklung der Webpräsenz sowie das grundsätzliche Potenzial eines Online-Produktkonfigurators behandelte, richtet sich die vorliegende Beratung auf die fachliche, technische und prozessuale Konzeption des digitalen Produktvertriebs.
Gegenstand ist die beratende Unterstützung bei der Konzeption eines webbasierten Produktkonfigurators für Hydraulikaggregate mit digitalem Anfrage-, Angebots- und Vertriebsworkflow. Im Mittelpunkt stehen die Beherrschung einer komplexen Variantenlogik, eine strukturierte Produktdatenbasis, die digitale Übermittlung qualifizierter Anfragen, die automatisierte Erzeugung von Produktbeschreibungen und PDF-Ausgaben sowie die Bewertung geeigneter Systemarchitekturen.
Ziel ist ein digital gestützter Auswahlprozess, der Interessenten und Vertrieb zu einer technisch plausiblen Aggregatkonfiguration führt, fehlende Angaben frühzeitig sichtbar macht und die gewählte Konfiguration als nachvollziehbaren Datensatz an den weiteren Vertriebsprozess übergibt. Zwei Ergebnisse sind gleichrangig zu berücksichtigen: die direkte Bestellung freigegebener Standardkonfigurationen und die qualifizierte Anfrage für individuelle oder noch prüfpflichtige Konfigurationen.
- Reduzierung vermeidbarer Rückfragen durch eine geführte und vollständige Erfassung technischer Anforderungen.
- Transparente Darstellung zulässiger Varianten, technischer Kennwerte, Preis, Gewicht und Einschaltdauer.
- Nachvollziehbare Übergabe der Auswahl in Anfrage, Angebot und – soweit freigegeben – Bestellung.
- Skalierbare Daten- und Regelstruktur statt manueller Pflege einzelner Endvarianten.
- Klare Trennung zwischen kurzfristig realisierbarer Webkonfiguration und einer späteren automatischen 3D-/CAD-Ausgabe.
Beratungsgrundlagen und Vorgehen
Ausgewertet wurden die bestehende WordPress-/WooCommerce-Umgebung, die vorbereiteten CSV-Daten, Produkttexte, Bild- und PDF-Vorlagen, der nicht produktiv eingesetzte Gravity-Forms-Prototyp, zugehörige Skripte sowie die heutigen Abläufe für Anfrage, technische Klärung und Angebotserstellung. Ergänzend wurden Herstellerunterlagen der betrachteten Softwarekomponenten und Systemklassen geprüft.
Die vorhandenen technischen Vorarbeiten werden im Bericht ausschließlich als Analysegegenstand eingeordnet. Zum Beratungsbeginn bestand kein freigegebener, produktiver Online-Konfigurator. Die Beratung selbst umfasst keine Programmierung, keine Systemeinführung und keine rechts- oder steuerberatende Prüfung
Zusammenfassung der Ergebnisse
Die Analyse zeigt, dass das Unternehmen den digitalen Produktvertrieb nicht durch die statische Anlage von mehr als 7.500 Endvarianten, sondern durch ein zentrales Komponenten-, Regel- und Freigabemodell abbilden sollte. Motor, Pumpe, Druck, Volumenstrom, Tank, Einbaulage und Funktion sind als miteinander verknüpfte Merkmale zu führen. Daraus werden technische Kennwerte, Beschreibung, Preis, Gewicht, Einschaltdauer und Dokumentenzuordnung abgeleitet.
Empfohlene erste Ausbaustufe
Für die erste Ausbaustufe wird empfohlen, die vorhandene WordPress-/WooCommerce-Basis modular weiterzuverwenden und den Prototyp fachlich neu zu ordnen. Gravity Forms und Populate Anything eignen sich für die geführte Auswahl und dynamische Datenabfrage; Gravity Shop Product Configurator kann die freigegebene Konfiguration an WooCommerce übergeben. Entscheidender als die Wahl einzelner Plugins ist jedoch eine saubere Daten- und Regelbasis mit stabilen Schlüsseln, Versionierung und technischer Freigabe.
- Ein Konfigurationskern erzeugt aus jeder Auswahl einen eindeutigen, versionierten Konfigurationsdatensatz.
- Ein Bestellweg übernimmt nur vollständig geprüfte und zum Online-Verkauf freigegebene Standardkonfigurationen.
- Ein separater Anfrageweg ergänzt die Konfiguration um Kunden-, Projekt- und Anwendungsdaten und erzeugt eine strukturierte PDF-Anfrage.
- Der Warenkorb enthält einen unveränderlichen Konfigurations-Snapshot; Änderungen führen zurück in den Konfigurator und lösen eine erneute Prüfung aus.
- IN-FORM-Flex bleibt zunächst das interne System. Eine Schnittstelle wird erst nach einem technischen Machbarkeitsnachweis und einer Feldzuordnung umgesetzt.
Daten und Dokumente
Die bestehenden CSV-Listen bilden bereits wesentliche Komponenten und Kombinationen ab, sind aber noch nicht als durchgängige Produktdatenquelle organisiert. Empfohlen wird ein normalisiertes Datenmodell mit stabilen Komponenten-IDs, getrennten Freigabestatus, Gültigkeitszeiträumen für Preise und einer zentralen Dokumentenzuordnung. Texte und PDF-Inhalte müssen aus gespeicherten Datenfeldern erzeugt werden; reine Anzeige- oder HTML-Felder sind nicht als belastbarer Prozessdatensatz ausreichend.
Systementscheidung und Ausbaupfad
Die WordPress-basierte Architektur erzielt für die aktuelle Zielsetzung das beste Verhältnis aus Funktionsabdeckung, Investitionsschutz und Umsetzbarkeit. Spezialisierte CPQ-/CAD-Systeme wie 3PQ/CADClick bieten deutlich weitergehende Möglichkeiten für parametrische 3D-Modelle, CAD-Exporte und automatisierte technische Dokumente, sind für die erste Ausbaustufe jedoch mit höherem Einführungs-, Datenmodellierungs- und Investitionsaufwand verbunden. Sie werden deshalb als spätere strategische Ausbaustufe empfohlen, sobald Nutzung, Datenreife und wirtschaftlicher Bedarf nachgewiesen sind.
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Förderung von beratungen gemeinsam mit dem RKW Hessen
Kleine und mittlere Unternehmen, Selbständige und Freiberufler können gemeinsam mit dem RKW HESSEN Beratungsleistungen zur Digitalisierung von Geschäftsprozessen sowie Produkten und Dienstleistungen in Anspruch nehmen.
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Weitere Infos gibt es auf der Website des RKW HESSEN
Beratungsprojekte für hessische kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können bezuschusst werden.
- Der Zuschuss beträgt max. 400,- Euro je Tagewerk (max. 50 Prozent).
- Für alle Förderprogramme können KMU insgesamt max. 15 Tagewerke Förderung je Kalenderjahr in Anspruch nehmen.
Mögliche Themenschwerpunkte der Digitalisierungsberatung können sein:
Digitale Geschäftsmodelle: Neue Produktinnovationen und Services
- Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle, Produkte sowie Services
- Ergänzung und Anpassung bestehender Produkte um digitale Aspekte
Digitalisierung der Prozesslandschaft
- In allen Bereichen im Unternehmen oder zwischen Unternehmen und Kunden bzw. Lieferanten möglich (Bestellvorgänge, Lagerhaltung, Produktion, Archivierung u.a.)
- Einführung von e-Business-Software-Lösungen, z.B. IT-gestützte Managementsysteme, Modellierung von Geschäftsprozessen
Digitalisierung des Marketings
- Webanwendungen unter Beachtung der Usability (alle Endgeräte betrachtend), z.B. Webseiten, Apps
- Online-Vertriebswege, z.B. Webshops, eSupport, elektronische Marktplätze
- automatisierte, personalisierte und Multi-Channel-Kundenansprache
- Professionalisierung des Suchmaschinenmarketings und des Social Marketing
Gewährleistung der IT-Sicherheit
- Begleitung bei der Umsetzung von erforderlichen Maßnahmen, z.B. Cloud Computing, digitale Verschlüsselung, mobile Zugriffstechniken, elektronische Signaturen
- Organisation und Schutz von Daten
- Entwicklung und Realisierung von ganzheitlichen IT-Konzepten
Vorranggebiete Beratungsförderung
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KMU-Kriterien – Was ist ein kleines und mittleres Unternehmen?
https://www.rkw-hessen.de/beratungsfoerderung/kostenfreie-erstberatung/kmu-kriterien.html